Vor kurzem durfte ich an einer Diskussion teilnehmen, in der es um Bewertungen ging. Und ich war sehr überrascht, dass viele das ablehnten mit den Worten, „das kann eine negative Kultur hervorrufen.“ Und nicht mit der „gewaltfreien Kommunikation“ einhergehe, die in manchen Unternehmen anscheinend sehr gepflegt wird, was ich klasse finde: Ich selbst bin ein großer Liebhaber der gewaltfreien Kommunikation von Marshall B. Rosenberg (mehr dazu hier: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gewaltfreie_Kommunikation).

Die Diskussion aber war für mich erschreckend. Denn egal, was man zu 100% repräsentiert und dahinter steht, es wird auch irgendwann und irgendwo gewertschätzt werden. Oder man muss sich eben mehr ins Zeug legen 🤷🏾‍♂️.

Oder was meint Ihr?

An dieser Stelle möchte ich einmal ein großes Dankeschön aussprechen an alle, die zu meinen Workouts und Personal Trainings kommen. Oder einen Ernährungs- bzw. Trainingsplan bei mir erstellen lassen. Ohne euch wäre das ganze überhaupt nicht möglich!

200 positive Bewertungen auf Google und 187 positive Bewertungen auf Facebook.

Mir persönlich ist es sehr wichtig, authentisch und „normal“ zu bleiben. Leider lassen das heutzutage nicht nur in der Fitnessbranche viele Menschen vermissen, besonders im Fitness Bereich. Was mich vor allem freut: Ihr könntet jeden einzelnen, der mich bewertet hat, auch persönlich fragen. Er würde euch dasselbe erzählen.

Aber Warum sind Kundenbewertungen so wichtig? Verschiedene Studien und Erhebungen kommen zu dem Schluss, dass 75 Prozent aller Online-Käufer vor dem Kauf die Rezensionen ihrer Vorgänger lesen und in die Kaufentscheidung mit einbeziehen. Dass dabei diejenigen Anbieter, Produkte und Dienstleistungen gut abschneiden, die mit vielen positiven Bewertungen aufwarten können, ist logisch. Erheblich mehr Einfluss auf die Kaufentscheidung haben allerdings negative Bewertungen. Zu diesem Schluss kommen einige Plattformen in einer umfassenden Erhebung und nennen hier entsprechenden Zahlen:

  • 22 Prozent aller Konsumenten kaufen ein Produkt bereits nach der ersten negativen Bewertung nicht
  • 59 Prozent springen spätestens nach der dritten negativen Bewertung ab
  • Mit vier oder mehr schlechten Bewertungen zum Unternehmen oder Produkt gehen rund 70 Prozent aller potentiellen Kunden verloren
  • Im Schnitt kostet jede negative Rezension bis zu potentiellen 30 Kunden

Die Schlagrichtung für mich muss also sein, qualitativ hochwertige Arbeit zu leisten, auch um weiter positive Bewertungen erreichen. Für mich stellt das auch eine Wertschätzung meiner Arbeit dar. Und deshalb bin ich sehr Dankbar für jede einzelne Rezension. Und ich kann mich auch an „fast“ jeden Athleten erinnern.

Vorsicht vor Fake-Reviews

Was für mich ein absolutes Tabu darstellt: Rezensionen kaufen, deswegen auch für euch – Vorsicht vor bezahlten Fake-Reviews! Zwar mag es zunächst einmal ganz toll klingen, kurzfristig viele gute Bewertungen einfach einzukaufen (es ist in bestimmten Kreisen auch Gang und Gäbe). Doch langfristig bringen solche Fake-Bewertungen ein Unternehmen nicht weiter. Und das gleich aus mehreren Gründen:

Solche Rezensionen wirken auf den ersten Blick immer seltsam und unrealistisch. Versierte Online-Käufer sind mittlerweile sehr gut darin, gefälschte Bewertungen von authentischen zu unterscheiden –  zum Beispiel, wenn in einer gefälschten Rezension oft Werbesprache auftaucht:

  • ein Nutzer pro Tag Rezensionen im zwei- bis dreistelligen Bereich verfasst
  • ein Produkt innerhalb kürzester Zeit eine ganze Menge an 5-Sterne-Bewertungen erhält.

Es erstaunt wundert mich daher nicht, dass sich mittlerweile Produkte im 4- bis 4,5-Sterne-Bereich auf Amazon besser verkaufen, als solche Produkte, die im Durchschnitt 5 Sterne erhalten haben. Hier wittert der misstrauische Käufer eher nämlich einen Betrug.

Für mich kam und kommt das nicht in Frage, da aufgedeckte Fake-Bewertungen einen immensen Image-Schaden verursachen würden. Und das will ich bei Leibe nicht, außerdem bin ich da auch zu viel Wettkämpfer und Fair-Play-Verfechter.

Stehe zu allen Bewertungen

Ein Thema, das auch sehr wichtig ist, egal ob für Yoga- oder Fitnesstrainer. Schlechte Bewertungen einfach zu löschen ist keine Lösung. Ich habe das Glück, viele positive Bewertungen erhalten zu haben, das ist schön. Im Falle von negativen Rezensionen, die nicht so schön wären, ist es dann an mir, darauf einzugehen und durch Leistung dafür zu sorgen, dass das keine Normalität wird.

Natürlich, niemand erhält gerne negative Bewertungen. Vor allem dann nicht, wenn man viel harte Arbeit in sein Unternehmen gesteckt hat. Verlockend erscheint daher im ersten Augenblick der Gedanke, jede negative Kritik sofort zu löschen. Doch das wäre ein großer Fehler! Erstens weil Kunden, die die Rezension bereits gelesen haben, deren Fehlen beim nächsten Besuch bemerken würden – der will doch etwas  “unter den Teppich kehren”. Vor allem aber, weil es meiner Meinung nach einen besseren Weg gibt, mit schlechten Bewertungen umzugehen: darauf zu antworten.

Mir wäre es sehr wichtig, unzufriedene Kunden zu verstehen, und ihre Kritik ernst zu nehmen.

Das beweist in meinen Augen Souveränität gegenüber den anderen Klienten. Mein nächster Schritt wäre es, persönlich mit dem Kunden in Verbindung zu treten und den Grund für seine Unzufriedenheit in Erfahrung zu bringen. Ich bin mir sicher, im Laufe dieses Austausches eine Lösung finden zu können, die aus einem unzufriedenen doch noch einen zufriedenen Kunden macht.

Positive Bewertungen

Es ist für mich ebenso wichtig, auf positive Rezensionen einzugehen. Deshalb bedanke ich mich auch dafür, da ich es nicht selbstverständlich empfinde, wenn sich einer meiner Athleten die Zeit nimmt, sich mit mir, seinem Coach/Trainer, auseinanderzusetzen und ihn zu bewerten.

Mein Fazit

Kundenbewertungen werden für jede Art von Unternehmen immer wichtiger – vom lokalen Ladengeschäft um die Ecke bis hin zum großen Online-Shop.

Für mich als Coach ist es sehr wichtig, eine Kultur der Wertschätzung zu etablieren und auch mit Kritik umgehen zu können, denn nur das erlaubt es mir, mich stetig zu verbessern und meine Workouts, Ernährungs- und Trainingspläne weiter zu verbessern und an euch weiter zu geben.

In diesem Sinne noch einmal vielen Dank an die Menschen, die mich bewerten und unterstützen. Dadurch macht ihr einen besseren Coach und Trainer aus mir!

Euer